Hannoveraner
Deutschlands zahlreichstes Warmblut, 1735 in Celle gegründet, weltweit führend in Dressur und Springen.
Auch bekannt als: Hannoveraner
Verwendung
Herkunft und Geschichte
Die planmäßige Hannoveraner Zucht lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, als Pferde in der Region Hannover für Landwirtschaft und Militär gehalten wurden. Ein entscheidender institutioneller Schritt war 1735 die Gründung des Landgestüts Celle durch König Georg II. Das Gestüt stellte ländlichen Züchtern ausgewählte Hengste zur Verfügung und unterstützte später die zentrale Erfassung von Bedeckungen und Fohlen. Seit dem frühen 19. Jahrhundert wurden vermehrt Vollblüter und englische Halbblüter zur Veredelung eingesetzt.
Die Selektion änderte sich mit den Aufgaben des Pferdes. Zwischen den Weltkriegen war die landwirtschaftliche Nutzung bedeutend; nach dem Zweiten Weltkrieg trugen Trakehner und Vollblüter zur erneuten Ausrichtung auf das Reitpferd bei. Das heutige Zuchtziel des Hannoveraner Verbandes ist ein rittiges Leistungs- und Freizeitpferd mit Schwerpunkten in Dressur, Springen oder Vielseitigkeit und zusätzlicher Eignung für den Fahrsport. Der moderne Hannoveraner ist damit das Ergebnis wiederholter Veränderungen des Zuchtziels und kein unveränderter historischer Typ.
Körperbau
Der erwartete Körperbau folgt dem ursprünglichen Zweck der Rasse: ein athletisches Reitpferd mit Balance, Vermögen und zweckmäßiger Bewegung. Zwischen Linien, Geschlechtern und einzelnen Pferden kann es deutliche Unterschiede geben. Der Körperbau sollte zusammen mit Bewegungsqualität, Gesundheit und geplanter Nutzung beurteilt werden.
Temperament
Die Taxonomie verbindet Hannoveraner mit folgenden häufig geschätzten Eigenschaften: Athletisch, Leicht ausbildbar, Leistungsbereit, Feinfühlig, Kühn. Das sind Tendenzen der Rasse und keine Garantie für das Verhalten eines einzelnen Pferdes.
Alter, Ausbildung, Haltung und frühere Erfahrungen prägen das Temperament erheblich. Interessenten sollten deshalb das konkrete Pferd in vertrauter Umgebung und bei der vorgesehenen Arbeit beurteilen.
Typische Nutzung
Typische Einsatzbereiche sind Dressurreiter, Springreiter, Vielseitigkeitsreiter, Profisport, Turniersport. Die tatsächliche Eignung hängt von Ausbildung, Gesundheit, Körperbau und Erfahrung des Reiters ab; der Rassename allein genügt nicht.
Haltung und Gesundheit
Die Zugehörigkeit zur Rasse Hannoveraner ersetzt keine individuelle tierärztliche und hufschmiedliche Beurteilung. Die Routineversorgung sollte Alter und Belastung berücksichtigen und passende Fütterung, Huf- und Zahnpflege, Impfungen sowie Parasitenkontrolle umfassen.
Vor dem Kauf sollten Identität und verfügbare Gesundheitsunterlagen geprüft sowie eine unabhängige Ankaufsuntersuchung passend zur geplanten Nutzung vereinbart werden.
Häufig gestellte Fragen
Fellfarben
Temperament
Geeignet für